Inzell 2018

Dimitry Koltakov – Wer sonst ?

Zwei Österreicher im Halbfinale

Hochspannende Rennen in der Max-Aicher-Arena in Inzell – GP-Serie wird immer härter und Weltmeister Dimitry Koltakov lässt nichts anbrennen – 6.Siege bei 8 Grand-Prix-Rennen – Heiratsantrag von Hans Weber an Freundin Sophia

von Jan Sievers

Der Weltmeister setzt seinen Siegeszug fort, auch in Inzell war Dmitry Koltakov nicht zu bezwingen. Harald Simon und Franz Zorn rasten bis ins Halbfinale. Es ist schon beängstigend in welcher Form Dmitry Koltakov, eigentlich alles in Grund und Boden fährt. Beim siebten Grand Prix des Jahres holte der Weltmeister seinen fünften GP-Sieg, baute in Inzell seine WM-Führung drei Rennen vor Schluss auf sagenhafte 26 Punkte aus. Einzig Daniil Ivanov konnte ihm in den Vorläufen einen Punkt abnehmen, im Endlauf wurde er hinter Koltakov und vor Dmitry Khomitsevich Zweiter. Ebenfalls erneut im Finale stand der Schwede Martin Haarahiltunen. Nach einem Ausfall im Finale musste er lange um die Semifinalteilnahme bangen, durch einen Laufsieg im letzten Vorlauf, hatte der Schwede diese dann aber doch in der Tasche. Hinter Ivanov und Khomitsevich liegt der GP-Rookie auf einem starken vierten Platz in der WM-Wertung. Stark präsentierten sich auch Harald Simon in der Max Aicher Arena, beide Österreicher kamen ins Halbfinale, wo sie gegen zwei Russen jedoch nicht mithalten konnten. Nach Haarahiltunen liegt Simon als Sechster als zweitbester Nicht-Russe auf einem hervorragendem Platz. Auch wenn Hans Weber es mit sechs Punkten nicht in das Halbfinale schaffte, wird er den Abend in Inzell nicht vergessen. Nach seinem letzten Vorlauf fuhr er vor die VIP-Tribüne und machte seiner Freundin einen Heiratsantrag vor fast ausverkauftem Haus. Auch wenn er sein Ziel in den Top-8 zu landen nicht erreichte, war der Antrag von Erfolg gekrönt. Nach überstandener Verletzungspause fand Günther Bauer gute Linien in seinem Wohnzimmer, jedoch war auch er im Semifinale nicht dabei. Wildcard-Pilot Stefan Pletschacher erwischte nicht seinen besten Tag und blieb ohne Punkte. Im letzten Lauf kam Max Niedermaier für ihn ins Rennen und zeigte mit dem zweiten Platz was in ihm steckt.

Koltakov auch am zweiten Tag nicht aufzuhalten

Inzell erlebte ein Eisspeedway-Fest der Extraklasse bei der vierten Weltmeisterschafts-Runde vor nahezu ausverkauftem Haus. Der Weltmeister ist derzeit nicht zu bremsen, denn auch am zweiten Grand-Prix-Tag konnte er sich gegen seine Konkurrenten behaupten und landet Sieg Nr. 6 beim achten GrandPrix-Rennen. In der Weltmeisterschaft stehen nur noch die beiden Rennen in Herenveen aus, mit einem Vorsprung von 33 Punkten, bei nur noch 42 zu vergebenen Zählern, ist ihm der Titel kaum noch zu nehmen. Es ging hart zur Sache im Endlauf der vier Tagesbesten, bei dem im ersten Anlauf die schwedische Rookie-Sensation Martin Haarahiltunen in der Streckenbegrenzung landete. Im Re-Run zog Koltakov auf und davon und gewann vor Dmitry Khomitsevich und Günther Bauer musste verletzt aufgeben – 5400 Zuschauer bilden eine impossante Kulisse und sehen spektakuläre Lenker an Lenker Duelle Dinar Valeev. Überraschend nicht im Endlauf dabei war Daniil Ivanov, der in der WM-Wertung auf dem zweiten Platz vor Khomitsevich liegt. Im Semifinale hatte er einen Beinahe-Highsider, musste dadurch Valeev ziehen lassen und im Endlauf als Zuschauer beobachten, wie Khomitsevich seinen Rückstand auf nur noch zwei Punkte verkürzte.

„Eishans“ Hans Weber mit Hammerrennen

Beste Stimmung herrschte bei den GP-Läufen auf den Rängen, als Hans Weber seinen ersten Laufsieg holte und sich die Semifinal-Teilnahme sicherte, kochte die Arena und das Hallendach drohte auf die umliegenden Berggipfel davon zu fliegen. Beflügelt durch seinen erfolgreichen Heiratsantrag am Samstagabend vor 5400 Zuschauer, holte er zehn Punkte aus den Vorläufen und konnte damit sein bestes Saisonergebnis feiern. Im Halbfinale war für ihn dann jedoch Endstation eines insgesamt erfolgreichen Wochenendes. Wie bereits am Vortag kam Franz Zorn wieder ins Halbfinale, holte wieder starke zehn Punkte aus den Vorläufen. Im Halbfinale ging es dicht an dicht zur Sache, am Ende musste er jedoch Haarahiltunen den Vortritt lassen und schied als Dritter im Semifinale aus.

Hinterrad bricht weg – Bauer raus

Im letzten Vorlauf des Tages ging es für Harald Simon im direkten Aufeinandertreffen gegen Jimmy Olsen um Alles oder Nichts. Den Zuschauern stockte der Atmen, der Lauf musste insgesamt drei Mal gestartet werden, Ellenbogen an Ellenbogen rasten die beiden Widersacher die Geraden runter, als Olsen die Streckenbegrenzung auf die Bahn riss und damit disqualifiziert wurde. Der Waldviertler Simon blieb quasi als Letzter auf dem Bike sitzen, wurde damit als Erster gewertet und hatte so die zweite Semifinal-Teilnahme an dem Wochenende in der Tasche. Besonders bitter lief es für Günther Bauer, der nach seiner Verletzungspause wieder in den Ring stieg und sich gleich im ersten Lauf, wie von Mike Tyson ausgeknockt fühlte. An zweiter Stelle liegend, brach ihm das Hinterrad aus, wodurch er mit seinem Brustkorb auf den Lenker knallte und über die Geraden rutschend im Innenfeld zum liegen kam. Mit schwerer Atemnot und einer Schnittwunde am Oberschenkel, nachdem sein Motorrad ihn überrollte, musste er schweren Herzens einpacken und sich in ärztliche Untersuchung begeben. Er hatte Glück, dass nicht noch mehr bei dem Sturz passiert war. Für Bauer kamen die beiden Reservisten Max Niedermaier und Franz Mayerbüchler im Wechsel zum Einsatz. Beim deutschen Meister Niedermaier endete das Rennen auch mit einem Sturz, bei dem er allerdings unverletzt blieb. Ihm platzte der Reifen.

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